Modul 7

NLP Submodalitäten und Glaubenssatzarbeit

Am Ende des Moduls 3. NLP Modul

  • kennen Sie die feinen Unterschiede, die das subjektive Erleben ausmachen
  • beherrschen Sie ein präzises Tool, um schnell und effektiv das Gefühlsleben zu gestalten
  • können Sie Ihre Klienten dabei unterstützen, ungeliebte Gewohnheiten loszuwerden
  • kennen Sie effektive Wege, um Ängste aufzulösen
  • können Sie einschränkende Überzeugungen und Glaubenssätze transformieren
  • wissen Sie, woher unterschiedliche Zeitwahrnehmungen kommen und wie Sie damit umgehen
  • können Sie mit Klienten große Ziele in passende Schritte zerlegen
  • beherrschen Sie ein Analysetool für Konfliktsituationen

Inhalt Tag 1

  • das Herausarbeiten von Submodalitäten
  • unerfreuliche Zeitgenossen entmachten
  • Motivation für ungeliebte Aufgaben aufbauen
  • das NLP Konzept der Zeitlinie und seine Implikationen
  • unterschiedliche Zeittypen

Inhalt Tag 2

  • hinderliche Glaubenssätze identifizieren
  • das Museum der Glaubenssätze
  • Reisen in die Zukunft zur Entmachtung von hinderlichen Überzeugungen
  • Methode, um die Schritte zu einem Ziel erarbeiten zu lassen
  • Wahrnehmungspositionen zur Konfliktbewältigung nutzen

Nutzen des Moduls 3. NLP Modul

An ersten Seminartag entdecken Sie die kleinen Bausteine Ihrer Gefühlswelt. Sie erfahren, wie Sie auf der Ebene der Struktur Menschen dabei unterstützen, Gefühle und Verhaltensweisen mit großer Leichtigkeit, frei von Druck und Zwang, zu verändern. Damit beherrschen Sie effektive, leicht anwendbare Coachingwerkzeuge für schnelle nachhaltige Veränderung.

Am Ende des zweiten Seminartages können Sie andere Menschen dabei unterstützen, ihre hinderlichen Glaubenssätze zu identifizieren und leicht und schnell aufzulösen. Außerdem beherrschen Sie eine Technik, mit der sie große Ziele in attraktive, appetitliche Häppchen unterteilen und die Vorfreude auf das Ziel und den Weg zum Ziel drastisch erhöhen.
Mit der Technik der drei Positionen können Sie effektiv Missverständnisse auflösen, Verständnis für das Gegenüber erzeugen und Konflikte und wiederkehrende Ärgernisse drastisch entschärfen.

Module

Weitere Ausbildungsthemen

NLP im Business Coaching: Die Inhalte des dritten Moduls im Einzelnen

Die Repräsentationssysteme im NLP entsprechen den fünf Sinnesmodalitäten: visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch, abgekürzt VAKOG. Indem wir unsere fünf Sinne benutzen, nehmen wir Information aus der äußeren Welt auf; und unter Verwendung derselben fünf Sinne wird die Information intern verarbeitet. Wir sehen innerlich Bilder, hören Geräusche und Klänge und verarbeiten unsere gespürten, gerochenen und geschmeckten Wahrnehmungen.

Die nächstkleineren Bausteine unseres subjektiven Erlebens sind die Submodalitäten.

Submodalitäten sind die feinen, subtilen Unterscheidungen, die wir in jedem Repräsentationssystem treffen: die Unterscheidung, die den Unterschied ausmacht.
– Richard Bandler, Will MacDonald in: Der feine Unterschied.

In jedem Repräsentationssystem können wir diverse Submodalitäten unterscheiden: im visuellen Bereich zum Beispiel hell oder dunkel, scharf oder unscharf, schwarzweiß oder farbig, verschwommen oder klar usw. Im auditiven Bereich laut oder leise, harmonisch oder disharmonisch, dumpf oder scharf usw. Alles was wir sehen, hören oder empfinden können wir mithilfe der Submodalitäten detailliert beschreiben.

Die Intensität mit der wir etwas erleben und die Intensität der Bedeutung, die wir einem Erlebnis oder Ereignis geben, stehen in direktem Zusammenhang mit den Submodalitäten.

Verändere ich die Submodalitäten, verändern sich damit auch das Erleben und die dazugehörigen Gefühle. Bei der Arbeit mit den Submodalitäten zeigt sich eines der Grundprinzipien im NLP. Wir arbeiten auf der Ebene der Struktur, nicht auf der Inhaltsebene.

Verändere ich die Submodalitäten der internen Repräsentation, verändert sich unmittelbar das Erleben. Anders ausgedrückt: der formale Unterschied bei den Submodalitäten wirkt oft stärker als der Inhalt. Wenn ich jemanden als angsteinflößend erlebe, dann hängt das in der Regel von meiner inneren Repräsentation ab, mehr als von der Person im Außen – auch wenn dies den wenigsten Menschen bewusst ist. Verändere ich die innere Repräsentation, verschwindet die Angst.

Die Arbeit mit Submodalitäten ist deswegen fürs Coaching hochinteressant. Die meisten Interventionen funktionieren schnell, effektiv und nachhaltig. Die Arbeit mit Submodalitäten lässt sich im Coaching sowohl für die Visionsarbeit nutzen, als auch für die Vorbereitung von angstbesetzten Situationen, wie zum Beispiel herausfordernden Meetings, Vorträgen, Bewerbungsgesprächen oder Konfliktgesprächen, als auch für viele Themen rund um die Motivation.

Die Submodalitäten der Zeit

Wir können nie in einer anderen Zeit sein als im Hier und Jetzt. Und zugleich haben wir eine Zeitmaschine in unserem Kopf, denn wir können ohne Schwierigkeiten in unserer Vorstellung hin- und herspringen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Manchmal scheint die Zeit zu fliegen. Ein anderes Mal dehnt sie sich scheinbar endlos aus, je nachdem, was wir gerade tun. Was auch immer die Zeit ist, in unserer subjektiven Erfahrung verändert sie sich ständig.

Wir können Zeit weder riechen, noch schmecken, weder sehen, noch hören, noch anfassen. Wie also geht unser Gehirn mit Zeit um? Woher wissen wir, ob wir etwas schon getan haben oder ob wir es erst später tun werden? Was macht den Unterschied in der Art und Weise, wie wir über vergangene und zukünftige Ereignisse denken?

Die Grundhypothese im NLP ist die, dass unser Gehirn zeitliche Unterschiede verräumlicht. Praktisch bedeutet das, dass wir unsere Erinnerungen und unsere Vorstellungen von der Zukunft in einer zum zeitlichen Ablauf passenden Entfernung ordnen. Je weiter wir in unsere Vergangenheit gehen, desto weiter sind die Bilder entfernt. Die “dunkle, verschwommene, entfernte” Vergangenheit wird am weitesten weg sein. Oft ist die Vergangenheit auf der linken Seite. Die Zukunft wird eher nach rechts gehen, wobei die ferne Zukunft am Ende der Linie ist.

Die meisten Menschen nutzen das visuelle System, um eine Folge von Erinnerungen über die Zeiten hinweg darzustellen, aber es kann genauso gut auch Unterschiede in den Submodalitäten der anderen Repräsentationssysteme geben.

Wo und wie jemand seine Zeitlinie abspeichert, beeinflusst die Art seines Denkens und Handelns. Die Arbeit mit internen Repräsentationen von Zeit ist deshalb sehr effektiv. Wenn ich zum Beispiel mit einem Unternehmer arbeite, der viel auf die Vergangenheit referiert und zugleich keine Vorstellung und kein Bild von der Zukunft seines Unternehmens hat, kann die Arbeit mit den Submodalitäten der Zeit Quantensprünge erzeugen.

Zeitlinien sind sehr wichtig für den Realitätssinn einer Person, von daher ist es sehr wichtig, bei Veränderungen immer auf die Ökologie zu achten.

Glaubenssätze

Jeder Mensch braucht Glaubenssätze um sich in der Welt zu orientieren. Andere Begriffe für Glaubenssätze sind auch Überzeugungen, Einstellungen oder das englische Wort Belief.

Wir alle haben aus Kultur und Gesellschaft, aus der Familie und der Schulzeit Überzeugungen, Erwartungen und Einstellungen übernommen, aus persönlichen Erfahrungen abgeleitet, von anderen Personen übernommen, vielleicht auch aus traumatischen Erfahrungen generiert und generalisiert.

Alle Menschen haben Glaubenssysteme, die eng mit ihren persönlichen Werten verknüpft sind und die ihre Motivation, ihre Entscheidungen und ihre Leistungsfähigkeit erheblich beeinflussen. Glaubenssätze sind unsere Leitprinzipien, unsere inneren Karten, die wir benutzen, um der Welt Sinn zu verleihen.

Positive Glaubenssätze sind wie Bevollmächtigungen oder wie eine Erlaubnis. Sie geben uns die Freiheit zum Handeln und setzen unsere Fähigkeiten in Gang. Glaubenssätze schaffen Ergebnisse.

Negative Glaubenssätze engen Handlungsspielräume ein und verhindern das Ausschöpfen des eigenen Potenzials.

“Glaube an deine Grenzen und sie gehören dir.”

Glaubenssätze bilden einen größeren Rahmen für Verhaltensweisen. Wenn ich etwas zutiefst glaube, verhalte ich mich dieser Überzeugung entsprechend.

Glaubenssätze sind Verallgemeinerungen über

  • Zusammenhänge/Ursachen (Das liegt bei uns in der Familie)
  • Bedeutung (Dick sein bedeutet Schwäche)
  • Grenzen (Das kann ich nicht.)

Um ein gewünschtes Ziel zu erreichen, brauche ich verschiedenartige Glaubenssätze. Eine Art von Glaubenssätzen bezieht sich auf die Zielerwartung. Das bedeutet, dass ich das Ziel für erreichbar halte. Im Businesskontext zum Beispiel, die Verdopplung des Gewinns o.ä.. Bei Gesundheitsthemen zum Beispiel, dass es möglich ist, den Krebs zu überwinden.

Keine Zielerwartung = Hoffnungslosigkeit.

Eine andere Art von Überzeugungen bezeichnet man als Selbstwirksamkeits-Erwartung. Das heißt, dass Sie das Ziel für möglich halten und glauben, dass Sie über alles Notwendige verfügen, um Ihr Ziel zu erreichen.

Keine Selbstwirksamkeits-Erwartung = Hilflosigkeit.

Eine weitere Überzeugung, ist die so genannte Reaktionserwartung. Das heißt, dass wir mit positiven oder negativen Erwartungen bezüglich dessen, was unser Handeln bewirkt, in eine bestimmte Situation gehen. Ein Beispiel für eine Reaktionserwartung im Gesundheitsbereich ist der Placeboeffekt. Dieser tritt ein, wenn jemand auf einen an und für sich unwirksamen Stoff reagiert, als habe er ein „echtes“ Medikament erhalten, weil er eine positive Wirkung erwartet.

In Anlehnung an Robert Dilts: Identität, Glaubenssysteme und Gesundheit.

Glaubenssätze können sich auf alle logischen Ebenen beziehen:

  • Umwelt (Bei dem Lärm kann sich keiner konzentrieren.)
  • Verhalten (Das gehört sich nicht. Das darf man nicht. Das kann doch keiner.)
  • Fähigkeiten (Das werde ich nie lernen.)
  • Werte (Nur eine gerechte Welt ist eine gute Welt.)
  • Identität (Ich bin eine gute/schlechte Mutter.)
  • Spiritualität (Das Universum ist ein freundlicher Ort.)

Hinderliche Glaubenssätze zu erkennen, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit als Coach. Das Modul Meta-Modell aus dem zweiten Ausbildungswochenende bietet bereits viele Fragen, um Strukturen von Glaubenssätze zu erkennen und gezielt zu hinterfragen.

Im NLP gibt es darüber hinaus viele verschiedene Methoden und Interventionen, um hinderliche Glaubenssätze zu transformieren.

In unserer Ausbildung lehren wir ein Format, das mit klassischen Bodenankern arbeitet. Im NLP werden Bodenanker häufig so genutzt, dass eine bestimmte Position im Raum für einen bestimmten Zustand steht. Dieser Zustand wird sauber im Coaching etabliert und dann für die gewünschte Veränderung genutzt.

Am zweiten Tag des Wochenendes nutzen Sie verschiedene Bodenanker, um im so genannten Walking Belief Change, im deutschen Sprachraum auch oft als Museum der Glaubenssätze bezeichnet, einen hinderlichen Glaubenssatz durch einen günstigen, für die eigenen Ziele förderlichen Glaubenssatz zu ersetzen.

Wahrnehmungspositionen

Die Flexibilität, unterschiedliche Blickwinkel und Perspektiven auf ein Geschehen einzunehmen, ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für gelungene zwischenmenschliche Kommunikation und Beziehungen.

Die Technik der drei Wahrnehmungspositionen hilft in Konfliktsituationen verhärtete Positionen aus verschiedenen Blickwinkeln zu reflektieren, um neue Lösungsansätze zu entwickeln. Die Welt kann aus (mindestens) drei verschiedenen Wahrnehmungspositionen angeschaut und erlebt werden:

1. Position (Selbst):

In der “1. Position“ befinde ich mich ungefiltert im eigenen Erleben, meinem eigenen Standpunkt, im Rahmen meiner eigenen Interpretationen und Wertungen.

Ich

  • sehe und höre aus meiner eigenen Perspektive heraus,
  • fühle meine eigenen Gefühle,
  • verhalte mich ganz so wie ich bin,
  • bin ganz authentisch und unverfälscht ich selbst
  • weiß, was ich will und kenne meine Grenzen,
  • bin von meinen eigenen Vorannahmen überzeugt,
  • nehme im Umgang mit anderen meinen eigenen Standpunkt ein,
  • bewerte das, was andere sagen und tun, ganz aus meinen eigenen Überzeugungen, Werten und Maßstäben heraus.

Die „1. Position“ befähigt Menschen, ganz assoziiert mit sich selbst zu sein und auf die eigenen Bedürfnisse achten zu können. Persönliche Authentizität geht einher mit der Fähigkeit, die „1. Position“ kongruent einnehmen zu können.

Wer die „1. Position“ jedoch zu Lasten anderer überbetont, wird unfähig, seine Mitmenschen in ihren Bedürfnissen wahrzunehmen. Im Extremfall führt dies zu fehlendem Verständnis für die Natur sozialer Beziehungen.

2. Position (Anderer):

Die “2. Position“ entspricht der Wahrnehmung aus der Perspektive des anderen. Auch hier bin ich assoziiert, aber nicht mit meiner eigenen Wahrnehmung, sondern mit der des anderen.

Ich

  • sehe, höre und erlebe das, was geschieht, aus der Perspektive des anderen heraus,
  • versetze mich innerlich an seine Stelle und nehme seine Standpunkte ein,
  • übernehme oft seine Körperhaltung, Atmung, Gestik usw.
  • lasse meine Gefühle von seinem Erleben leiten,
  • beziehe seine Erfahrungen, soweit ich sie kenne, mit ein,
  • spüre, was er will,
  • bin einfühlsam, verstehend und empathisch,
  • (an)erkenne seine Grenzen,
  • kann fast vorhersagen, wie er auf was reagieren wird.

Die „2. Position“ befähigt Menschen, ein Gespür für das Erleben anderer zu entwickeln. Dies eröffnet nicht nur die Möglichkeit, Menschen “aus sich selbst heraus“ zu verstehen und ihre Motive nachzuvollziehen, sondern führt in der Regel auch zu einem rücksichtsvolleren Umgang mit anderen.

Wer die „2. Position“ überbetont, läuft Gefahr, unterwürfig zu handeln und von anderen ausgenutzt zu werden. Menschen, die ihr Leben vorwiegend aus der „2. Position“ heraus erleben, laufen zudem Gefahr, den Kontakt zu sich selbst zu verlieren.

3. Position (Beobachter):

Die “3. Position“ entspricht der Wahrnehmung des Geschehens aus der Perspektive eines neutralen, unbeteiligten Beobachters.

Ich

  • sehe und höre uns beide aus einer Außenperspektive,
  • beobachte “von dort“, wie wir miteinander kommunizieren,
  • habe innerlich Abstand zum Geschehen und bin emotional neutral,
  • interessiere mich für einen Überblick über die Situation als Ganzes (die Person, die ich bin und die Person, die der andere ist … und das Geschehen, das sich zwischen uns in diesem speziellen Kontext entfaltet),
  • erkenne, wie wir uns gegenseitig beeinflussen,
  • bin in der Lage, das Geschehen auf eine eher logische Art zu analysieren,
  • kann mir aufgrund der so gewonnenen Einsichten selbst Ratschläge geben.

Die “3. Position“ befähigt Menschen dazu, das Geschehen aus einer neutralen und stressfreien Perspektive zu erfassen. Damit ermöglicht sie einen inneren Abstand, der in schwierigen Situationen neue Wahlmöglichkeiten eröffnet. Wer sich ständig in der “3. Position“ befindet, kann jedoch kalt und unnahbar wirken. Im Extremfall verweigern sich Menschen aus dieser Position heraus der Beziehung und verwandeln das Spiel der Interaktion in ein logisch sezierendes Laborexperiment. Oft dient das Verweilen in der dissoziierten “3. Position“ dem – teils unbewussten – Schutz vor zu viel Emotionalität und vor emotionalen Verletzungen.

Im Coaching ist es für den Coach wichtig, den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Positionen zu beherrschen, um flexibel und empathisch agieren zu können. Auch ist es fürs Coaching hilfreich, den Coachee zum Wechsel im Erleben einladen zu können.

Zusammengefasst, versetzt Sie des 3. NLP Wochenende der Coaching Ausbildung in die Lage, hinderliche Verhaltensweisen und hemmende Glaubenssätze zu ändern. Zusätzlich steigern Sie durch die Technik der 3 Wahrnehmungspositionen Ihre Fähigkeiten in der Mediation.